Aktuell

8 Beiträge

Deutsche Gesellschaft für Photographie launcht Online-Portal „Netzwerk DDR-Foto“

Pressemitteilung der DGPh vom 19.02.2026

Systematischer Überblick über das fotografische Erbe der DDR – erste Teilveröffentlichung von Ergebnissen der Machbarkeitsstudie „DGPh Netzwerk DDR-Foto“ online

Köln, 19. Februar 2026 – Mit der Veröffentlichung zentraler Ergebnisse der Machbarkeitsstudie „DGPh Netzwerk DDR-Foto“ liegt erstmals ein systematischer Überblick über das fotografische Erbe der DDR vor. Die von der Deutschen Gesellschaft für Photographie (DGPh) initiierte und von der Kulturstiftung der Länder geförderte Studie zeigt Umfang, Zustand und Perspektiven fotografischer Bestände aus der DDR und schafft damit eine zentrale Grundlage für zukünftige Forschung, Archivierung und Vermittlung.

Der fliegende Engels © Sibylle Bergemann / Ostkreuz

Fotografie spielte in der DDR eine zentrale Rolle als künstlerisches, dokumentarisches und staatlich gelenktes Medium. Zwischen offizieller Auftragsarbeit und individueller Bildpraxis entstand ein vielschichtiges visuelles Archiv, das gesellschaftliche Entwicklungen ebenso widerspiegelt wie ästhetische Positionen. Die systematische Erfassung dieses Erbes ist bislang jedoch nur punktuell erfolgt.

Die 2024 durchgeführte Machbarkeitsstudie erfasste erstmals in größerem Umfang die vorhandenen Bestände: Über 200 fotografische Einzelarchive, knapp 50 Institutionen sowie zahlreiche Publikationen und Ausstellungen wurden untersucht. Die Ergebnisse zeigen einerseits ein bemerkenswertes Engagement zahlreicher Akteur*innen bei der Sicherung fotografischer Nachlässe, andererseits aber auch die prekäre Situation vieler Bestände, die sich in privatem Besitz befinden und bislang kaum erschlossen sind.

Auf der Website der DGPh werden nun unter Netzwerk DDR Foto | Deutsche Gesellschaft für Photographie e.V. zentrale Ergebnisse der Studie öffentlich zugänglich gemacht. Geboten wird ein Überblick über die Bestände in Institutionen und Archiven und über deren Erschließungsstand informiert. Zudem gibt es umfangreiche Zusammenfassungen zur Literatur und zur Ausstellungshistorie. Damit entsteht erstmals eine zentrale Referenzplattform nicht allein für die Forschung, sondern auch die Informationsmöglichkeit für eine interessierte Öffentlichkeit. In einem nächsten Schritt ist geplant, Informationen über Archive einzelner Fotografinnen und Fotografen zu veröffentlichen.

Die Plattform versteht sich als Ausgangspunkt für weiterführende Forschungen und als Grundlage für eine Sichtbarmachung und nachhaltige Sicherung des fotografischen Erbes der DDR.

Projektinformationen

Auftraggeber der Machbarkeitsstudie:
Deutsche Gesellschaft für Photographie e. V. (Michael Biedowicz, Anna Gripp, Dr. Adelheid Komenda).

Durchführung: Annekathrin Müller, M.A., Fotohistorikerin und Kunstwissenschaftlerin, Leipzig 

Förderung der Machbarkeitsstudie:
Kulturstiftung der Länder https://www.kulturstiftung.de 

Förderung der Teilpublikation der Ergebnisse:
VG BildKunst Kulturwerk VG Bild-Kunst

Projektleitung, konzeptionelle und redaktionelle Betreuung und Umsetzung:
Dr. Adelheid Komenda, Dr. des. Jelena Albers

Frank Hausdörfer auf der Seidenstraße

Vom 13. bis 19.11. 2025 fand in der chinesischen Hauptstadt Peking der „3. Kongress über internationale Zusammenarbeit im Bereich Kultur und Fotografie, sowie über allgemeine wirtschaftliche Zusammenarbeit“ statt. Zu der Veranstaltung hatten der Leiter des FIAP-Büros Chinas, Lu Ming, und das Komitee der „Seidenstraße“ eingeladen. Teilnehmer aus vielen Ländern waren dieser Einladung gefolgt.

Ausländische Gäste werden von den Organisatoren der „Silk Road“ NGO empfangen

In der Diskussion am ersten Abend wurde über den Einfluss von KI auf die Fotografie gesprochen. Die Standpunkte sind so kontrovers, wie einige Jahre zuvor das Thema Composing und damit verbundene „Bildmanipulationen”, die die Kritik von Fotografen auf den Plan rief.

Einer der drei europäischen Vertreter war Frank Hausdörfer, Vizepräsident der IIWF1, aus Eisenach. Die beiden anderen Teilnehmer waren Riccardo Busi, der Präsident der FIAP2 aus Italien, und die KI-Professorin Susana Garcia aus Madrid.

Frank Hausdörfer
Internationale Tagung in Peking zum Thema „Kultureller Austausch“

Der Umgang damit spaltet die Community, so wie heute. Was für die einen ein Segen ist, hat für die anderen nichts mehr mit Fotografie zu tun. Ähnlich, aber noch gravierender, ist der Einfluss von KI auf die Bildbearbeitung. Für die Organisatoren von Fotowettbewerben stellt sich die Frage, wie sie die vielen Bilder kontrollieren sollen und welche Abweichungen sie tolerieren und welche zum Ausschluss führen. In neuen Kameras und vor allem Handy´s werden Tools mit KI-Unterstützung angewandt, so dass auch das „RAW“-Foto bereits bearbeitet ist.

Riccardo Busi berichtete in diesem Zusammenhang über die Zusammenarbeit der FIAP mit der PSA3, um gemeinsame Regeln für die Bereiche Natur, „Welt im Fokus/Travel” sowie Photojournalismus zu erarbeiten. Eine diesbezügliche Schulung der Juroren und Organisatoren ist zwar wichtig und vorteilhaft, lässt sich aber nicht innerhalb weniger Monate realisieren.

Wie immer bei solchen Diskussionen wurden Verbote oder eigene Wettbewerbe mit „manipulierten/KI-generierten Fotos” debattiert. Allen Teilnehmern war klar, dass sich dieser Trend nicht aufhalten lässt.

Gerade in den Bereichen Marketing und Grafikdesign ist die Dynamik extrem hoch. Aber auch im Journalismus sind diese Routinen für Redakteure wichtig, die aufgrund von Kostendruck auch zu „Fotografen” gemacht werden, damit sie ihr Arbeitspensum in entsprechender Qualität bewältigen können.

Ein weiteres Thema beim Kongress war die zunehmende „Vergreisung” der Fotoverbände. So gibt es beispielsweise unterschiedliche Positionen zwischen jüngeren und älteren Fotografen bezüglich der Verwendung von KI. Das könnte Jugendliche davon abhalten, sich an den Wettbewerben der „Senioren” zu beteiligen oder gar Mitglied in deren Klubs zu werden. Frank Hausdörfer berichtete, dass auf dem Verbandstag des DVF4 in Dresden im Oktober beschlossen wurde, dass Jugendliche nur noch einen Beitrag von 6 € pro Jahr entrichten müssen.

Riccardo Busi wies darauf hin, dass die FIAP speziell eine Jugendbiennale organisiert, um junge Fotografinnen und Fotografen zu motivieren, an internationalen Wettbewerben teilzunehmen.

Freie Rede von Frank Hausdörfer an der Universität Handan

Am zweiten Tag, auf dem Weg in die rund 600 Kilometer entfernte 9,2-Millionen-Einwohner-Stadt Handan erfuhr Frank Hausdörfer vom chinesischen Delegationsbetreuer, dass er eine Gastrede vor etwa 400 chinesischen Studierenden halten solle. Da er diese auf Englisch halten musste, war dies für ihn eine große Herausforderung. Seine Ansprache wurde anschließend vom Betreuer ins Chinesische übersetzt.

In seiner Rede hob Frank Hausdörfer hervor, dass die Menschen, die früher auf der Seidenstraße in den Westen gingen, um Handel zu treiben und sich auszutauschen, nicht wussten, ob sie überhaupt wieder nach Hause kommen würden. Die Seitenstraße war sozusagen das „Internet des Mittelalters”, über das neue Ideen in den Westen und westliche Werte in den Osten getragen wurden. Dadurch profitierten beide Kulturräume und konnten sich schneller entwickeln.
Hausdörfer empfahl den chinesischen Studierenden deshalb, die Möglichkeiten des Studentenaustausches zu nutzen, um sich einen persönlichen Eindruck von anderen Ländern und Kulturen zu machen.

Welche rasante Entwicklung China in den letzten Jahrzehnten genommen hat, konnten die Teilnehmer des Austausches an den weiteren Tagen in Handan und Peking erleben. Vor allem im Bereich der E-Mobilität ist China der „alten Welt“ voraus. Das wurde beispielsweise bei der Ladesäulen-Infrastruktur deutlich. Dort, wo in Deutschland eine Ladestation steht, sind es in Peking zwanzig. Ebenso beeindruckend war die „deutsche Pünktlichkeit” bei der Eisenbahn, die nicht nur die 600 km in zwei Stunden zurücklegte, sondern dabei auch auf die Minute genau am Ziel ankam.

Die Chinesischen Organisatoren waren immer bemüht eine Korrelation zwischen Geschichte und Moderne herzustellen. Beeindruckend für die Teilnehmer waren die Dimensionen der Produktionsanlagen. In einem Kaltwalzwerk, in dem es nur noch ein paar Mitarbeiter gab, die den Produktionsprozess kontrollierten, lief jede Minute eine Rolle Walzstahl mit einem Gewicht von 32 Tonnen vom Band. Hier wurden die Ängste der Westlichen Welt „materiell“. Die Größe der Anlage und damit die produzierte Menge an Walzstahl, sorgen für einen immensen Preisdruck in Europa und den USA.

Internationale Gäste zusammen mit Vertretern der Chinesischen Wirtschaft

In den Gesprächen mit verschiedenen Regierungsvertretern wurde deutlich, dass die Umwandlung der Volksrepublik China von einem Agrarland in einen modernen Industriestaat eine gewaltige Aufgabe ist. Diese stößt „täglich“ auf große Herausforderungen, deren Lösungen ein Motor für immer neue Innovationen sind.

Als Fazit dieser Woche lässt sich sagen: die „Seidenstraße“ könnte wie vor vielen Jahrhunderten ein Weg sein, um die komplexen und komplizierten Probleme unserer Welt gemeinsam, im Interesse aller anzugehen. Die Rückkehr in das finstere Zeitalter des „Kalten Krieges“ und der Kampf der Kulturen ist eine „Sackgasse“. Die enorme Aufrüstung und die alternde Gesellschaft sind zwei Konflikte, die auf den Rücken der „kleinen Leute“ ausgetragen werden. Die Renaissance des Faschismus ist ein Spiegelbild der Verunsicherung der Menschen, die durch Abschottung versuchen, ihren Standard zu erhalten.
Die zukunftweisende Frage wird sein, wer KI-Systeme entwickelt, zu welchem Zweck diese „aus-genutzt“ werden und ob es perspektivisch möglich ist, KI zu „kontrollieren“ oder mit KI zusammen, gesamtgesellschaftliche Lösungen zu finden.

1 Internationale Interessensgemeinschaft für Wettbewerbsfotografen

2 Fédération Internationale de l’Art Photographique

3 Photographic Society of America

4 Deutschen Verband für Fotografie

Ausstellung der 14. Landesfotoschau Thüringens im Schlossmuseum Sondershausen

Die Ausstellung ist Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Eröffnung am 7. Februar 2026

Die Einführung zur Ausstellung gaben Yvonne Most (Jury) und Dr. Eckhardt Schön (Landesverband Thüringen).

Yvonne Most und Dr. Eckhardt Schön
Eröffnung 14. Landesfotoschau der GfF Thüringen / Schlossmuseum Sondershausen 2026 © Jana Groß
Besucher in der Landesfotoschau
Foto: Henning Most
Foto: Eckhardt Schön

Ausführlicher Bericht auf der Webseite des Landesverbands Thüringen

Schlossmuseum Sondershausen, Informationen zur Landesfotoschau beim Landesverband Thüringen

Günter-Rössler-Ausstellung bis 3. Mai 2026 in Apolda

Die Ausstelllung zum 100. Geburtstag von Günter Rössler (1926–2012) wird vom 18.01. bis 03.05.2026 im Kunsthaus Apolda gezeigt. Es sind Mode- und Aktfotografien zu sehen.

Ergänzt wird die Rössler-Ausstellung durch die Ausstellung „Leib & Seele – Männerporträts“. Zu sehen sind 37 Schwarz-Weiß-Aufnahmen des Weimarer Fotografen Matthias Eckert.


KUNSTHAUS APOLDA AVANTGARDE
Bahnhofstraße 42 · 99510 Apolda

ÖFFNUNGSZEITEN: Dienstag – Sonntag: 10 – 17 Uhr


Weiterführende Links:

Webseite des Kunsthauses Apolda

Wikipedia-Eintrag zu Günter Rössler

Artikel in der Thüringer Allgemeinen vom 17.01.2026 (für Abonenten oder gegen Bezahlung)

ausführlicher Beitrag des Mitteldeutschen Rundfunks (auch als Audio-Beitrag)

Aenne-Biermann-Preis für deutsche Gegenwartsfotografie – Bewerbungen bis 25.01.26 möglich

Die Stadt Gera und die Kunst- und Kulturförderung der SV SparkassenVersicherung schreiben – unterstützt vom Freistaat Thüringen – den 15. Aenne-Biermann-Preis für deutsche Gegenwartsfotografie aus.

Erstmals wird neben dem Hauptpreis ein Amateurpreis verliehen. Die Bewerbungsfrist ist der 25. Januar 2026.
Die genauen Bedingungen finden Sie unter https://www.gera.de/biermann-preis

Die Ausstellung ist vom 23.09.2026 bis 28.02.2027 im Museum für Angewandte Kunst Gera geplant.

Neue GfF-Webseite gff-foto.de

Beginnend mit dem 10. Januar 2026 wird die GfF-Webseite auf WordPress umgestellt. Damit können die Inhalte leserfreundlicher präsentiert werden und die Autoren haben die Möglichkeit, verteilt an dieser Seite zu arbeiten.

Mit der Blog-Funktionalitäte können einfach und doch grafisch ansprechend die Neuigkeiten präsentiert werden. Die Liste der News wird jeweils auf der Startseit angezeigt.

Die Inhalte der alten Seite werden nach und nach in das neue System und Layout übertragen.

14. Landesfotoschau Thüringens noch bis zum 17.01.26 in Erfurt

Im Haus Dacheröden (Erfurt, Anger 37) können Sie die Ausstellung Montag bis Freitag von 12 bis 17 Uhr und Sonnabends von 10 bis 17 Uhr kostenfrei besuchen.

Genaue Informationen finden Sie beim Landesverband Thüringen: https://gff-thueringen.de/14-landesfotoschau-thueringens-2025/

Galerie der Siegerbilder